HOAI - Honorarmaximierung durch Prozessschaffung


Die HOAI kennt bekanntlich keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Planungsaufwand und der dadurch resultierenden Vergütung. So erscheinen geringe Integrationsaufgaben für den Auftraggeber „überbewertet“. Die Auftragnehmerseite betrachtet dagegen etwas kniffligere Planungsüberlegungen als „unterbewertet“.

Oft werde ich von Architekten genau auf diesen Umstand angesprochen. Die Einsicht in die internen Prozesse offenbart jedoch, dass das Problem ganz wo anders liegt.

Die fehlende Strukturierung und Prozessoptimierung der Planungsaufgaben vieler Büros kostet Zeit und somit Geld.


Ein Beispiel

„Formulieren der Entscheidungshilfen für die Auswahl anderer an der Planung fachlich Beteiligter“ ist eine Grundleistung (d) der Leistungsphase 1 des Leistungsbildes Gebäude und Innenräume. Anstatt die Entscheidungshilfen für jedes Projekt individuell zu gestalten und das Rad jedes mal neu zu erfinden, kann dieser Prozess systematisiert werden.


Die allgemein aufbereiteten Entscheidungsvorlagen (Erklärungs- und Begründungstexte in Form von Textbausteinen) für diverse Planungsbeteiligte können auf die individuellen Ansprüche des jeweiligen Projektes durch minimal-invasive Eingriffe angepasst werden. Das sparrt sowohl Zeit als auch Kosten.


Gehen wir einen Schritt weiter, weg von der geschuldeten Grundleistung und hin zu einer zusätzlich zu honorierenden Besonderen Leistung, wird der lukrative Charakter der Prozessschaffung noch deutlicher.


„Verfahrensbetreuung, Mitwirken bei der Vergabe von Planungs- und Gutachterleistungen“ ist nur eine der vielen in der HOAI aufgezählten Besonderen Leistungen der Leistungsphase 1. Sie baut auf die o.g. Grundleistung auf und eignet sich ebenfalls hervorragend für den Aufbau einer „Blaupause“.


Einzelne Arbeitsschritte wie z.B.:

- für den jeweiligen Planer/Gutachter relevante Projektbeschreibung

- Leistungsbeschreibung

- Angebotsanfrage

- Angebotsprüfung

- Preisspiegel der angebotenen Planung- und Gutachterleistungen

- Entscheidungsvorlage / Entscheidungsempfehlung zur Beauftragung


können systematisiert und in Prozessabläufe „gepresst“ werden.


Ein mal entwickelt, haben sie sich ein Werkzeug aufgebaut, das ihr Leistungsportfolio erweitert, dem Auftraggeber „unter die Arme greift“ und für eine Honorarerhöhung sorgt. Ein Fließbandsystem, das die Wirtschaftlichkeit ihrer Projekte verbessert.


Fazit

Die Entwicklung und Implementierung solcher Systeme in den einzelnen Schritten der jeweiligen Leistungsphase machen nicht nur das Leben, sondern auch Planungsprozesse einfacher. Sie ermöglichen ein angenehmes Arbeiten und tragen sowohl der Fehlerminimierung als auch dem wirtschaftlich profitablen Abwicklung der Planungsschritte bei.

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